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Die Model WG und Fashion & Fame müssen Sendeplätze räumen

Was müssen die Programmchefs wohl für einen Schock bekommen haben, nachdem die Einschaltquoten für die hauseigenen Reality-Soaps „Die Model WG“ und „Fashion und Fame“ verkündet wurden.

Magere Einschaltquoten

Lediglich etwas mehr als eine Million Zuschauer verfolgten die ersten Folgen von „Fashion & Fame“. Die Einschaltquoten für „Die Model WG“ liegen auch nicht viel höher. Zum Vergleich: die totale Trash-Doku-Soap „Frauentausch“ hatte sogar mehr Zuschauer! Dabei erhoffte sich ProSieben mit „Fashion & Fame“ einen neuen Quotenerfolg, der die zeitliche Lücke zwischen „Popstars“ und „Germany´s Next Top Model“ füllen sollte.

Neue Sendeplätze und „Absetzung“

Das ist jetzt aber alles Schnee von gestern. Die beiden Sendungen sollen so schnell wie möglich aus dem Programm verschwinden, daher wurde der Sendeplatz von „Fashion & Fame“ auf samstags 19:05 Uhr verlegt. „Die Model WG“ wird nun in Doppelfolgen jeden Donnerstag ab 20.15 Uhr ausgestrahlt. Das bedeutet, dass nächsten Donnerstag bereits die letzte Folge der „Model WG“ läuft.

Erklärungsversuch

Die Unterhaltungssendungen liefen aber auch mal besser bei ProSieben. Mit „Germany´s Next Topmodel“ verbuchte der Sender vor einigen Jahren noch Traumquoten. Amiga hat sich bereits an eine Erklärung für die sinkenden Quoten der Klumschen Casting-Show versucht. Nun möchte ich mich an „Die Model WG“ und „Fashion & Fame“ versuchen.

Bloße Adaptierung der Reality-Soap Inszenierungsstrategien

„Die Model WG“ und „Fashion & Fame“ weisen das gleiche Format auf: die Reality-Soap. Dieses Format ist dadurch gekennzeichnet, dass „normale Menschen“ in eine Konkurrenzsituation gebracht werden und während ihres „Kampfes“ gefilmt werden. Hier werden eindeutig Traumberufe in den Mittelpunkt gerückt, um den Zuschauer hinter die Kulissen zu führen. Traumberufe deshalb, da man „Model“ und „Designer“ irrtümlicherweise mit Ruhm, Geld und Jetset-Leben verbindet, obwohl nur circa ein Prozent der Models oder Designer den fulminanten Erfolg wie Heidi Klum und Co. erreichen. Die restlichen fast 100 Prozent verdienen nun auch nicht mehr als wir, wenn überhaupt, aber dies nur am Rande.

Das „hinter-die-Kulissen-Blicken“ kann auch spannend sein, aber das ist nicht das Einzige, denn irgendwann weiß der Zuschauer wie ein Casting abläuft, wie ein Werbespot gedreht wird und wie man ein T-Shirt herstellt. ProSieben macht hier sowieso den entscheidenden Fehler, jede Folge annähernd gleich zu strukturieren. Siehe „Fashion & Fame“: Verkündung der Wochenaufgabe, Realisierung der Wochenaufgabe, Auswertung der Wochenaufgabe. Gääähn.

Zudem werden die Inszenierungsstrategien des Reality-Soap-Formats ohne jegliche Kreativität, wie aus dem Lehrbuch abgearbeitet. Um eine Emotionalisierung zu erreichen werden Großaufnahmen mit heulenden Mädchen und traurig eingespielter Musik gezeigt. Die Stereotypisierung erfolgt durch die wertende OFF-Stimme („die Partyqueen Kim“). Natürlich wird auch auf die Dramatisierung und Personalisierung bzw. Intimisierung nicht verzichtet. Da wird dann mal der Tod des eigenen Vaters in den Vordergrund gestellt, das designte T-Shirt muss verbrannt werden – halt die üblichen Strategien, um „Spannung“ zu erzeugen.

Tja, so wirklich hat es ja dann doch nicht geklappt. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass das Publikum anspruchsvoller geworden ist? Das fände ich jedenfalls super, weil ich es langsam auch leid bin, diese Sendungen anzuschauen. Klar, man wird nicht gezwungen, aber ein bisschen Unterhaltung am Abend erhofft man sich dann doch vom Privatfernsehen.

Änderungen bei „Germany´s Next Topmodel“

Aufgrund der aktuellen Situation und der eher mageren Einschaltquoten der letzen „Germany´s Next Topmodel“ Staffel wird das bisherige Konzept der Casting-Show über den Haufen geworden. Nichts mehr mit Casting – das eigentliche Casting wird gar nicht mehr ausgestrahlt. Die Staffel beginnt bereits mit den besten 50 Mädels – diese werden zudem vorher öffentlich in der Zeitschrift „Gala“ bekannt gegeben.

Zudem kann jedes Mädel bereits während der Sendung von Heidi nach Hause geschickt werden. Vielleicht können wir uns endlich die langen Entscheidungen ersparen. Die Macher wollen auch das Storytelling in den Vordergrund stellen, das kann nur heißen, dass das neue Konzept wohl eher in Richtung klassische Doku-Soap geht. Hoffentlich gelingt es ihnen besser als den Produzenten von „Die Model WG“ und „Fashion & Fame“.

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